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Briefe und Reden


Abschrift meiner Rede zur Einwanderungspolitik auf dem 16.  BDK von Bündnis90/Die Grünen in Stuttgart am 9. März 2001

Antwort auf eine Papier des Bundesvorstands zur Multikulturelle Demokratie (link)

 

Ich sage gleich, dass ich Eure Pfiffe ernten werde, weil ich eine ganz konträre Haltung habe zu Einwanderung. Ich halte es für falsch und verhängnisvoll, Deutschland zum Einwanderungsland zu erklären.

 
Obwohl ich selber Ausländer bin. Ich bin kein Deutscher. Ich fühle mich, da wo ich wohne in Braunschweig - Und übrigens, obwohl ich vom Braunschweiger Kreisverband hierher geschickt worden bin, äußere ich jetzt meine eigene Meinung. Das hat man mir sehr nahe gelegt, klar zu machen.- Ich fühle mich sozusagen wie das englische Salz in der deutschen Suppe. Wenn ich mir vorstelle, es würden hundert tausender Engländer nach Deutschland kommen, und viele tausender nach Braunschweig - ich würde mich schwarz ärgern! Weil sie würden für mich die deutschen Suppe versalzen. Ich würde wieder zurück nach Hause gehen. [kurze Pause] Keine Pfiffe? Das wundert mich [es kommt doch ein Pfiff]. 

Deutschland und ganz Europa sind überbevölkert. Wir brauchen eigentlich keine Menschen mehr.Wenn unsere Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf natürlicher Weise auf 70 Millionen zurückgehen sollte - so stehet es in den Unterlagen, glaube ich - dann sollten wir uns darüber freuen. Vor allem diejenigen, die gern Auto fahren. denn dann wäre es eher möglich, [dass jeder sein eigenes Auto haben könnte. Nicht dass ich für das Auto bin. Im Gegenteil: je weniger Autos desto besser].

Ich bin gegen Autos, übrigens, auch wenn wir nur 70 Millionen sind. Das sind trotzdem zu viele.

Wir müssen uns klar machen, warum so viele Menschen nach Deutschland und Westeuropa kommen wollen: [Vor allem] weil wir eine Oase des Wohlstandes und der Freiheit sind. Wir haben es wahnsinnig gut und man kann es den Leuten wahrlich nicht übel nehmen, wenn sie es auch so gut haben wollen, und zu uns wollen. 

Nur die Wirklichkeit ist, dass es Millionen und aber Millionen von Menschen gibt, die es bitter nötig hätten, zu uns zu kommen - und irgendwo muss es eine Grenze geben. Sonst stehen wir hier [eines Tages] Schulter an Schulter [Gelachte, Pfiffe]. Ja, darauf habe ich gewartet. 

Ich sage das und bin trotzdem kein Rechtsradikale. 

Ich habe auch als Engländer. . . Ich komme aus London, und als ich vor 27 Jahren nach Deutschland gekommen bin, damals gab es in London und anderen Teilen Englands schon einige Einwanderer. Und man [die Politiker] hat uns gesagt, dass macht nichts, es sind nur ein paar, und es ist schön; und ich war auch dafür. Meinen Eltern habe ich damals zugeredet, dass sollten sie gut finden [obwohl sie gar nicht glücklich darüber waren]. 

Wenn ich jetzt zurück gehe - ich gehe jedes Jahr zurück in meine Heimat, in den Ortsteil von London, wo ich früher gewohnt habe [wo ich geboren und aufgewachsen bin], die meine Heimat ist, oder war, und inzwischen sind weiße Engländer eine KLEINE Minderheit. Das ist keine Übertreibung [Die Leitung spricht: Roger, kommst Du zum Schluß bitte]. Ja ich komme zum Schluß.

Ich will sagen: Die Einwanderer, sie sind nett; sie sind nett, sie sind lieb, sie sind vielleicht noch netter als die Engländer! Und trotzdem schmerzt es, dass das nicht mehr meine Leute sind [vieles Pfiffen]. Und ich bitte Euch; ich bitte Euch, ein bisschen Verständnis zu haben für die jenige, die das, was Ihr als "wunderschöne multikulturelle Gesellschaft" sehen - die sehen das als Überfremdung. Bitte habt Verständnis dafür und übertreibe es [das multikulti] nicht.

Danke.